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Wintershall Dea will Wasserstoff über NWO-Pipeline zum Kunden bringen

In Wilhelmshaven will Deutschlands größter Öl- und Gasförderer Wintershall Dea künftig Wasserstoff produzieren, und zwar im beträchtlichen Umfang. Rund 200.000 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde, so sehen es die Projektpläne vor, will das Unternehmen im Zuge seines Projektes BlueHyNow künftig an dem Tiefwasserhafen-Standort erzeugen. Als Einsatzenergie soll norwegisches Erdgas genutzt werden; das bei der Wasserstoffherstellung abgeschiedene CO2 will man unter der Nordsee einlagern.


An Industriekunden fließen soll der Wasserstoff über ein Transportnetz, in das auch bereits bestehende Infrastruktur einbezogen werden könnte. Dafür hat Wintershall Dea Anfang August gemeinsam mit dem Wilhelmshavener Öl-Pipelinebetreiber Nord-West Oelleitung (NWO) eine Absichtserklärung unterschrieben. Ungenutzte Rohrleitungen so umzurüsten, dass diese H2-tauglich sind, um den für die Dekarbonisierung von Industrieprozessen so dringend benötigten Energieträger direkt zum Kunden zu bringen, lautet die Idee, die hinter dem Vorhaben steht. Im Rahmen der Absichtserklärung soll bis Ende des Jahres geprüft werden, ob sich ein derartiges Projekt realisieren ließe.

NWO und Wintershall Dea würden sich am Standort Wilhelmshaven „perfekt ergänzen“, betonte Wintershall Dea-CTO Hugo Dijkgraaf. „Entlang der Wertschöpfungskette, von der Produktion über den Transport des Wasserstoffs bis zu den Verbrauchern, wollen wir künftig als Partner an einem Strang ziehen und den Aufbau des dringend benötigten Wasserstoff-Netzes beschleunigen“, sagte Dijkgraaf anlässlich der geschlossenen Vereinbarung.

Dafür müssen bei der bislang ausschließlich im Mineralölgeschäft tätigen NWO die technologischen Voraussetzungen geschaffen werden. Vorgesehen ist, eine bislang nicht genutzte 40 Zoll-Mineralölfernleitung der NWO für den H2-Transport zu reaktivieren. Einst dafür geplant, in Zeiten hoher Mineralölnachfrage als zusätzlicher unterirdischer Strang genutzt werden zu können, führt die Pipeline vom Tanklager Wilhelmshaven über eine Länge von 55 Kilometern parallel zur derzeit aktiven NWO-Pipeline, die bis nach Köln-Wesseling reicht, nach Barßel im Landkreis Cloppenburg.

Damit durch den bisher nicht genutzten Pipeline-Abschnitt künftig Wasserstoff fließen darf, braucht es eine grundlegende „messtechnische Überprüfung auf Herz und Nieren“, wie es von NWO heißt. Die gesamte Leitungslänge muss von Innen und Außen untersucht werden. Dafür sind auch Bauaktivitäten direkt an der Leitung notwendig. Nach der Prüfung werde die Leitung zunächst wieder verschlossen und mit Stickstoff befüllt und die Messungen und Untersuchungen würden ausgewertet, teilt die NWO mit.

Bis Ende Juni 2023 soll die Prüfung der Pipeline hinsichtlich ihrer Umwidmung auf H2- oder LNG-Transport abgeschlossen sein. Die bestätigte Eignung ist die Voraussetzung für eine finanzielle Unterstützung durch das Land Niedersachsen, die Mittel aus dem Wirtschaftsfonds Niedersachsen zur Verfügung stellt.

Bei der NWO wird bereits seit 1958 Mineralöl angelandet, zwischengelagert und über Fernleitungen weitertransportiert. Rund ein Fünftel der deutschen Rohölimporte wurden in den vergangenen Jahren in Wilhelmshaven über die NWO-Anlagen umgeschlagen.


Quelle: H2 Weekly 9.8.2022



Leipzig 18.08.2022
Portal Erneuerbare Energien, Energiespeichersysteme

 

Photo Ulrich Knöll
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