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Hafen Rostock: Blauer Wasserstoff bis 2029

Ein deutsch-norwegisches Energieprojekt will Rostock zu einer Drehscheibe für die Produktion von Wasserstoff aus Erdgas machen, sogenanntem blauen Wasserstoff.




Man plane dort den Bau und Betrieb einer Anlage mit einer Zielleistung von 1,3 Gigawatt mit einer jährlichen Wasserstoff-Produktionskapazität von bis zu 230.000 Tonnen, was etwa 20 Prozent des aktuellen Wasserstoffmarktes in Deutschland entspräche, hieß es in einer Mitteilung des deutschen Gaskonzerns VNG. Eine endgültige Entscheidung für das rund 1 Milliarde Euro teure Investitionsprojekt soll 2025 oder 2026 fallen, die Produktion könnte demnach im Jahr 2029 starten.

Gemeinsam mit dem norwegischen Energieunternehmen Equinor soll Erdgas aus Norwegen durch bestehende Leitungen nach Rostock gebracht und dort verarbeitet werden. Die „Ostsee-Zeitung“ hatte berichtet, dass durch das Projekt mehr als 100 Arbeitsplätze vor Ort entstehen könnten. Dem deutschen Projektpartner zufolge ist dies jedoch noch Teil einer Machbarkeitsstudie, wie auch der potenzielle Standort. Man sei sowohl im Gespräch mit der Stadt, also auch dem Seehafen, um alle möglichen Flächen einzubeziehen, so ein VNG-Sprecher.

Bei dem von VNG und Equinor angestrebten Verfahren wird Erdgas in Wasserstoff und Kohlenstoffdioxid gespalten. Das CO₂ soll anschließend verflüssigt in norwegischen Gewässern in den Meeresboden gepumpt werden, so der Plan der beiden Unternehmen. Dem deutschen Gaskonzern zufolge gelingt so „eine Grundlastversorgung mit großen Mengen CO₂-armen Wasserstoffs, um die zunehmende Versorgung mit Wasserstoff aus erneuerbaren Energien zu überbrücken und zu ergänzen.“ Dieser Wasserstoff soll zunächst vor allem der Industrie in Ostdeutschland zugutekommen.

Neben der Speicherung des Kohlendioxids im Meeresboden ist auch eine Nutzung in der Industrie im Gespräch, auch hierzu soll die Machbarkeitsstudie eine Antwort liefern. Laut VNG wird CO₂ sowohl in Feuerlöschanlagen, als Kühlmittel oder in der Reifenherstellung genutzt.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) hatte sich erst kürzlich für mehr Investitionen der Bundesregierung in Energieprojekte in Ostdeutschland starkgemacht. Hierbei hatte er vor allem für den Hafen Rostock als Standort geworben. Die Landesregierung misst der Wasserstoffproduktion zudem viel Potenzial bei. (fho/dpa)

Quelle: H2weekly 28.7.2022



Leipzig 28.07.2022
Portal Erneuerbare Energien, Energiespeichersysteme, Wasserstofftechnologie

 

Photo Ulrich Knöll
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